Samstag, 21. April 2012

Southern Comfort?

Umgeben von
verblassten
Südstaaten
Schönheiten

gewiegt in ihren
weichen Vokalen
lang gezogen zum
Southern Drawl

aus präzise
geschminkten
Lippen unter
Brauen – geo

metrisch nach
gezogen mit mani
kürten Nägeln –
fühlen sich

meine nordische
Kühle und deutsche
Deutlichkeit noch
fremder an als

sonst die honig
süße Fremde
meines amerika
nischen Alltags




© Beatrix Brockman

Donnerstag, 8. März 2012

traum vom nichts


auf den wellen
der nacht ins
nichts zu dümpeln
DAS wäre ein
traum statt
des sahara
brennens auf
trockener haut
bild um bild
hinter verdeckter
iris wort um
wort sich rankend
ums nichts das
sich dem ich
im wirbel von
wortbildern
stetig entzieht 
 
 
 
© Beatrix Brockman

Mittwoch, 25. Januar 2012

Für Ann Joseph

noch immer
steh'n wir fassungs
los vor dem gewiss
dass wir dein lachen
nie mehr hör'n

ob tränen über
wange fließen oder
in betroffenheit
der herzschlag
schwer

wir fragen uns
was wäre wenn?
ach hätte dieser mut
den jener letzte
dir hat abverlangt

doch deinen
schritt anderen wegs
geleitet.  ach
hätten wir — nur
eine email weg von dir—
an diesem tag

an dich gedacht!
so schlafe friedlich
sei getragen von
dem uns, in dessen
innern du auch nach

dem schmerz
für immer
einen platz

Dienstag, 27. Dezember 2011

im gewiss des uns

als ich dich traf
war die lederhaut
deines herzens
längst gegerbt
die wege deiner
seele so weit
ausgetreten dass
ich mich darin verirrte

heute bin ich
heimisch auf den
trassen deiner
weiten liebe
die mir raum lässt
ich im wir zu sein
ja und nein zu sagen
im gewiss des uns



© Beatrix Brockman

Freitag, 23. Dezember 2011

Donnerstag, 8. Dezember 2011

... und wieder

... und wieder
legte ich im traum
dir eine rose auf
das grab, gelb
so wie sie unsere
mutter liebt

... und wieder
sehe ich wie meine
hand mit deiner
schrift auf leere
seiten schreibt wie
ich mit deinen
füßen barfuß geh

... und find ich
dich auch nicht
im eigenen gesicht
hör deine stimme
nicht, spür ich
doch diese liebe
die über ewigkeiten
uns verbindet

© Beatrix Brockman

Barbara 8.12.1953 - 27.4.2005

Samstag, 5. November 2011

und wir...

und schau ich so
auf meine jahre
so anders als die ihren

dann denk ich
wie mag sie gefühlt
das leben zu verlieren

sechs sommer und
sechs winter lang
mal hoffen und mal bangen

und stets dabei war
schwester angst
die hoffnung könnt nicht langen

kam der april, der
nahm sie mit und wir
wir mussten bleiben

so nass die tränen
schwach der trost
dass sie nicht mehr muss leiden

kam der april, der
nahm sie mit und wir

wir mussten bleiben



© Beatrix Brockman