Montag, 13. August 2007

Apfelduft

Your thighs are appletrees*
whose blossoms touch the sky.
William Carlos Williams


Apfelduft

und blüh ich dir die Himmel
in dieser milden Sommernacht
die ihre dunklen Flügel
so zärtlich über unsere
Insel breitet

und schmecken wir
auf Mondenlicht gebettet
und ins Gewand
aus Apfelduft gehüllt
Unendlichkeit in

flüchtigen Momenten
die für das Herz
der Ewigkeit gemacht




© Beatrix Brockman
13.August 2007

*deine Schenkel sind Apfelbäume
deren Blüten den Himmel berühren

Samstag, 4. August 2007

Geburt eines

Geburt eines
Gedichts

drängen sich
Worte ungebeten
in den Vordergrund

rammen ihre
Ellbogen in die
Gegenwart

verlangen - ob gelegen
oder nicht -
gehört/gesehen/

gefühlt/geschrieben
zu werden
vertreiben stetig

kreisend solange
jegliche gedanken
bis sie gebührend platz

als schwarze pixel
auf weißem hintergrund
oder zumindest als

tinte auf papier
gefunden haben



© Beatrix Brockman
04.August 2007

angst II

gleichförmig
kreisen finger
auf der haut
des anderen
klammern sich
zwei aneinander
gedankenverloren
an anderen orten
vermag die
kleine trostflamme
den eisblock angst
doch nicht zu
schmelzen


© Beatrix Brockman
04.August 2007

Mittwoch, 1. August 2007

sommer

der sommer vorm haus
hüllt sich in seinen flieder
duft dem trunken sich
schmetterlinge, hummeln
und zikadenwespen hingeben

die luft ist satt mit wasser
molekülen, die die schwerkraft
zu vervielfachen scheinen
jeder schritt, jeder herzschlag
jeder atem wird zum kraftakt

wohlig klimageanlagt übersteht
man das schlimmste im verzicht
auf klänge und düfte der natur
ohne sonnengeißelung, die man
in europa so herbeigesehnt hatte

stattdessen vertraut man sich
dem hypnotischen kreisen
des ventilators an, der der
schwachbrüstigen kaltluft
kräftig unter die düsen greift


© Beatrix Brockman
01.August 2007

Montag, 30. Juli 2007

... und setze ich

... und setze ich
mein boot in
deine ströme und
treibt es mondenwärts
in unsere nacht

und liegt mein
kurs nicht nur
auf deiner karte,
und zeigt mir
dein sextant den

weg ins violett


© Beatrix Brockman
30. Juli 2007

angst

dein zauberspruch
heißt seine sterblichkeit
schwenkst keinen stab
liegst nur in einer
geste oder dem schweiß
auf seiner stirn schwingst
mit im klange leisen stöhnens
verwandelst schmetterlinge prompt
in wackersteine raubst
schlaf mir, stimme und das lachen
das frieden für mich birgt


© Beatrix Brockman
30. Juli 2007

Traumschnipsel

Traumschnipsel
gerade noch
erhascht im Augenwinkel
des Bewusstseinsrands

der Tag hat
längst
seinen Schleier
darüber gelegt

Wunsch wie Wollen
tentakeln sich
vergeblich
ins Unterbewusst


© Beatrix Brockman
04 Juli 2007