Mittwoch, 27. Februar 2013

fort

bist fort
so lange schon
das bett trägt noch
immer deine eindrücke
die decke verharrt 
aufgeschlagen
wie an dem tag nach
dem du deine 
koffer packtest



©Beatrix Brockman

Dienstag, 22. Januar 2013

Why do you love me



 Why do you love me? Hast du mich
gefragt. Und mir kommt nur eines
In den Sinn Ich lieb dich
zu den Tiefen, Breiten und den Höhen
die meine Seele finden kann und ich
will's dir sagen so wie dies Sonett, das
einer Frau* einst aus der Seele floss.
Doch ist es einfacher für dich zu hören
dass es die Liebe ist, für die ich dir nichts
schuldig bin, das Lachen, das die
dunklen Tage mir erhellt und dein
Begehren, das sich hübsch und hässlich
dick und dünn, nach mir nur reckt, das
meine Masken hinterblickt und mich,
ganz einfach mich, ganz einfach liebt
wie das Natürlichste der Welt.
Was es wohl wär, wenn ich mich auch
so liebte wie du mich!

© Beatrix Brockman

*Elizabeth Barrett Browning

Samstag, 8. Dezember 2012

Barbaratag


der achte tag
des zwölften monats
das ist mein
barbaratag

der tag an
dem ich kerzen
brenne dir
zu ehren die du

meine schwester
bist und warst
— heute würden
wir dich feiern

wenn ich nicht hier
und du noch dort
dein leben lebtest.
doch kam und wurde

alles anders und
das was blieb das ist
mein barbaratag
am achten tag

des zwölften monats
eines jeden jahrs an
an dem ich eine kerze
brenne nur für dich


©Beatrix Brockman

Mittwoch, 5. Dezember 2012

5tes Türchen


Wie Ahornsirup
an einem kalten Tag
rinnt der Advent
durch meine Tage

Das Wetter
spielt Ostern
Der Job — wie im Kaufhaus
vor den Feiertagen

Die Krippe dümpelt
im Keller
Der Adventskranz
plastikt vor sich hin

Weihnacht will sein?
In der Werbung
vielleicht und auf
dem Schnulzensender

Im Auto auf dem Weg
zur Arbeit dudelt
[i]Last Christmas[/i]
Draußen sind 17 Grad

Wie vermiss' ich sie
die stade Zeit
meiner Kindertage
als Mutter bei Kerzen

schein Geschichten
vorlas, Mandarinen
den Raum bedufteten
und Lebkuchengewürz

von der Küche das
ganze Haus durchdrang
— Bilder, die das Herz
noch heute beschwört.





© Beatrix Brockman

Montag, 19. November 2012

Paukenschläge


lichte himmel
grüßen klar und hell
auf dem
weg
in die nächste
dunkle und beengte
woche

herz und hände
wollen ruhen
doch das muss
treibt
kopf und stirn
von gedanken zu
gedanken

das leben in
solchen tempi
taktend
dass
es das adagio
nach dem's
die eigene mitte

drängt schlag
auf schlag
zerpaukt.


©Beatrix Brockman

Sonntag, 14. Oktober 2012

Dir


Dir wäre ich
gern Freund
gewesen - ich
weiß ich hätte
es gekonnt

wir sind uns
leider nie
begegnet freund-
schaft hat leider
nie in uns gewohnt


©Beatrix Brockman

Freitag, 28. September 2012

Ein Gedicht


ein gedicht sollte
eine stimme sein
die das dunkel lichtet
und manchmal
auch im lichten dunkelt

ein gedicht  ist
keine hand die schreibt
ein gedicht ist
eine hand die bleibt
und kommt

auf herz und schultern
zu liegen und zu
spenden trost für
die die welchen suchen
oder solche welche

in der empathie mit
dem der gleiches
spürt zu finden wissen
dieses ach so warme
ja so geht's mir auch

ein gedicht sind
worte bilder mit
denen der der schildert
sich zu bohren weiß
in herz und seele

derer die ihm nie begegnet
wo er doch nur
die dinge und das ach
das ihn beweget
in worte bilder fasst

die ihm vielleicht
das dunkel lichten oder
oder die sein grau
mit rot bemalen und
wieder kreise bringen

in das unrund seiner welt





©Beatrix Brockman