noel, xmas, navidad
was - fragst du macht es aus
das lied zur weihnacht?
melodie, stimmung,
vokabularium?
lausch dem radio
und sei nicht dumm
es scheint allein
ein wort in vielen sprachen
xmas, christmas,
mal in weiß, mal als last,
verschenkte herzen
ohrenschmerzen
hinzu dann schütten wir
den weihnachtsmann aus
der tüte namens santa claus
mixen ein-zwei rentiere bei
fast fertig ist der liederbrei
fehlt nur noch
ein lamm mit schäfer
und ein heller stern
das mögen alle "kinder" gern
©beatrix brockman
Donnerstag, 19. Dezember 2019
Mittwoch, 18. Dezember 2019
18. Dezember
Dezember
Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.Ist gar nicht sehr gesund.Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.Kennt gar die letzte Stund.
Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.Ruht beides unterm Schnee.Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.Und Wehmut tut halt weh.
Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.Nichts bleibt. Und nichts vergeht.Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.Nützt nichts, dass man’s versteht.
Und wieder stapft der Nikolausdurch jeden Kindertraum.Und wieder blüht in jedem Hausder goldengrüne Baum.
Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,wie hold Christbäume blühn.Hast nun den Weihnachtsmann gespieltund glaubst nicht mehr an ihn.
Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.Dann dröhnt das Erz und spricht:„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,und du kennst deinen nicht.“
(Erich Kästner)
Dienstag, 17. Dezember 2019
17. Dezember

Heuer fällt es mir besonders schwer
die Weihnachtszeit zu erkennen
Zu viele Herzen sehe ich leer
und Leute, die nur rennen
Die einen hetzen um Überfluss
die anderen hetzen gegen jene
die auf der Flucht vor Elend und Tod
rennen um nacktes Leben
Und es begab sich in jener Zeit
da machte sich die Hoffnung breit
ein Erlöser sollt werden geboren
bevor der Menschheit die Welt verloren
weil Herzenskälte den Bruder erschlägt
der das Zeichen der Not auf der Stirne trägt
Und der Heiland kam. Sein Leuchten drang
aus dem armsel'gen Stall, in den er getrieben
Mensch! So seine Botschaft erklang
Deine Bestimmung heißt lieben!
Erlösung bringt dir nicht Geld und Macht
kein Punschstand kein Glitzergeschrill
Ein warmes Lichtlein in der Nacht
das Suchenden zeigt den Weg zum Ziel
an dem sie willkommen und eine Hand die gibt
bringt Rettung dir!
Weil so derjenige liebt
dessen Geburt wir die Nacht weihen
damit wir auch wirklich Menschen seien
Erhöret das Lied das aus der Krippe erklingt
Weil nur das uns Weihnachten wieder bringt
© Evelyne Weissenbach
Montag, 16. Dezember 2019
16. Dezember
Momente
mit geschlossenen augen
beschwöre ich sie
die kindheitsmomente
höre ich die mutterstimme
lesen aus den weihnacht
geschichten, sehe ich ihre
hände — noch nicht verkrümmt —
beim schälen von mandarinen
herrlich duftend so frisch
und fruchtig und doch so
weihnachtlich. kein kranz
schmückte den tisch, immmer
nur ein gesteck mit schlanken
violetten kerzen. wer fünf
kinder hat leistet sich keinen
wer fünf kinder hat gibt mit
den händen - mit handgemachtem
mit händehalten, manches aus
zweiter hand, mit betenden händen
©beatrix Brockman
Sonntag, 15. Dezember 2019
15. Dezember
für meine enkelkinder
(und alle kinder dieser welt)
ich wünsch dir einen engel
der seine flügel schützend über deine hält
der du das fliegen erst noch lernen musst
ich wünsch dir einen engel
der deine schritte lenkt, wenn deine
füße dich an klippen tragen
ich wünsch dir einen engel
der dich berät wenn die vernunft
in dir noch wachsen muss
ich wünsch dir einen engel
der deren hände leitet, die dich
lieben, leiten, und auch manchmal strafen
ich wünsch dir einen engel
der dich kichern oder lachen macht
der dir das kleine und das große staunen
lang erhält und dir das was wir
großen leben nennen noch lang
vom leibe hält.
© beatrix brockman
Samstag, 14. Dezember 2019
14. Dezember
Adventus Domini
jährt sich der sechste tag
im zwölften monat
meines werweißwievielten jahrs
hab ich tags zuvor
die schuhe weder geputzt noch
sie ordentlich gestellt
klar wünschte ich es füllte sie jemand
doch was soll hinein?
einen klafter seelenfrieden hätte ich gern
das sind drei ellen ruhigen herzschlages
und ein lachter strahlen gerade aus
dem solar plexus — eine tüte weltfrieden
hätte ich auch gern dabei, die würde
ich dann raubkopieren und zum runter
laden ins internet stellen
doch weil es beim wünschen bleibt
zünde ich einfach eine kerze an
und ruhe einen kurzen moment in ihrem licht
© beatrix brockman
jährt sich der sechste tag
im zwölften monat
meines werweißwievielten jahrs
hab ich tags zuvor
die schuhe weder geputzt noch
sie ordentlich gestellt
klar wünschte ich es füllte sie jemand
doch was soll hinein?
einen klafter seelenfrieden hätte ich gern
das sind drei ellen ruhigen herzschlages
und ein lachter strahlen gerade aus
dem solar plexus — eine tüte weltfrieden
hätte ich auch gern dabei, die würde
ich dann raubkopieren und zum runter
laden ins internet stellen
doch weil es beim wünschen bleibt
zünde ich einfach eine kerze an
und ruhe einen kurzen moment in ihrem licht
© beatrix brockman
Donnerstag, 12. Dezember 2019
13. Dezember
wenn einem die lieben besonders fehlen
sie quillt über vor besteck
die schublade in der küche
nicht mit dem guten, nein dem
all.täglichen. im gewirr von
zinken und klingen gibt
es einzwei messer, gabeln,
löffel, die über sechzig winter
zunächst in jungen später in
knorrigen händen lagen.
heute suchen meine hände
bei jeder mahlzeit zunächst nach
der einen gabel, streichen
butter nur mit dem einen messer
und neiden sie dem der
vielleicht gerade damit isst
© beatrix brockman
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