nie hab ich mich geliebt
war dick obwohl dünn
schön war ich schon
gar nicht wie mutter oder
schwestern. suchte
nach dem blick der männer
als läge darin mein wahr:
mich hab ich nie geliebt
und heute: wandre ich
unsichtbar durch meine welt
wie alle alten frauen
die niemand wahr nimmt
©beatrix brockman
Dienstag, 15. Oktober 2019
ist keine heimat mehr
liegt am grab
der stein
ich sah ihn nie
nur die geflammten
begräbnisrosen
heimat war in ihr
verortet
doch begriffen
hab ich das erst
im leeren haus
vom vater stein
auf stein selbst
gebaut, von der
mutter mit leben
(und einsamkeit)
gefüllt
jetzt ist keine
heimat mehr
für kindersehnsüchte
die mir schon
lange nicht mehr
schmecken
© beatrix brockman
der stein
ich sah ihn nie
nur die geflammten
begräbnisrosen
heimat war in ihr
verortet
doch begriffen
hab ich das erst
im leeren haus
vom vater stein
auf stein selbst
gebaut, von der
mutter mit leben
(und einsamkeit)
gefüllt
jetzt ist keine
heimat mehr
für kindersehnsüchte
die mir schon
lange nicht mehr
schmecken
© beatrix brockman
keinen Euro
ich muss es in die himmel schreien
es ist ein wunder geschehn
der lahme von heute morgen
kann ganz ohne krücken gehn
© beatrix brockman
es ist ein wunder geschehn
der lahme von heute morgen
kann ganz ohne krücken gehn
© beatrix brockman
Donnerstag, 3. Oktober 2019
Aimliú
Aimliú
Betreten vor mir auf dem Grund
des Pfads sind Ahornblätter.
Stürmisch war das Wetter
das ihre Pracht verdarb. So Bunt
warn ihre Kleider in sattem Rot,
in goldnem Gelb voll Freude auf
den Lichtertanz im Sonnenlauf
dem stärksten Aufgebot
des Herbsts. Vorbei der schöne
Schein. Das Chlorophyll vergeht
in Sand und Erde auf dem Weg
kein letzter Auftritt auf der Bühne,
eh der Oktober, wo ein Tag dem andern gleicht,
dem tristen Grau des nächstes Monats weicht.
Noch sind die Ahornblätter auf dem Grund
eh sie vergehen, ein paar Stunden bunt.
© beatrix brockman
Aimliú: irisches Wort für etwas, dass durch das Wetter verdorben wurde.
Montag, 30. September 2019
letzter september tag
über eichen und buchen
blätter stapfe ich durch
einen bunten regenschirmwald
wind und regen entgegen
staemmend über spree und
geschichtsgrenzen ins sütterlin
einer längst vergangenen lyrik
©beatrix brockman
blätter stapfe ich durch
einen bunten regenschirmwald
wind und regen entgegen
staemmend über spree und
geschichtsgrenzen ins sütterlin
einer längst vergangenen lyrik
©beatrix brockman
Mittwoch, 25. September 2019
Blatt für Blatt
Langsam ästet
Sich die Buche
Vorm Archiv
Aus ihrem Sommerkleid
Blatt für Blatt
Auch ich
Hinter dem Fenster
Ihr schüttelt
Der Wind
Die Last von
Der Rinde
Meine Blätterberge
Wachsen von
Links nach rechts
Sie wird sich
Im nächsten Jahr
Neu bekleiden
Vor diesem Fenster hier
Ich werde
Wer-weiß-schon-wo
Sein
© beatrix brockman
Sich die Buche
Vorm Archiv
Aus ihrem Sommerkleid
Blatt für Blatt
Auch ich
Hinter dem Fenster
Ihr schüttelt
Der Wind
Die Last von
Der Rinde
Meine Blätterberge
Wachsen von
Links nach rechts
Sie wird sich
Im nächsten Jahr
Neu bekleiden
Vor diesem Fenster hier
Ich werde
Wer-weiß-schon-wo
Sein
© beatrix brockman
lebensraum
ich lebe mein leben
in schwindenden ringen.
bin ich voll da
für die, die ich lehre,
sehnt sich danach
das herz nach der leere,
nach stille, nach raum
für holz, für papier,
für fasern und andre krea.triebe
und vor allem und immer
und immer mehr für den,
den ich so lange liebe
© beatrix brockman
in schwindenden ringen.
bin ich voll da
für die, die ich lehre,
sehnt sich danach
das herz nach der leere,
nach stille, nach raum
für holz, für papier,
für fasern und andre krea.triebe
und vor allem und immer
und immer mehr für den,
den ich so lange liebe
© beatrix brockman
Themen
Academia,
berlin,
er und ich,
life is life,
Natur
Abonnieren
Posts (Atom)