es ist schwer
sich zu orientieren
in einer stadt
die deine nie war
die lebt
die pulsiert
in einen rhythmus
der deiner nie wird
an orten, wo mal streng,
mal animalisch, lieblich
nie - unausweichlich stets -
dich gerüche überfallen
wo menschen um bettelnde
holzkrücken durch straßen
lemmingen und mittendrin
du
dich mühst, das ziel aus den augen nicht zu verlieren
und dich sehnst
nach dem menschenort, der heimat einmal war
und dich überrascht das sehnen nach dem fernen ort,
der heimat nun für deine kindes.kinder ist
es ist schwer sich zu orientieren
in einer stadt, die deine nie war
in einem land, das deines
nicht mehr ist
Mittwoch, 25. September 2019
Dienstag, 24. September 2019
worte
vom wortleer zum wortmeer
losgelöst im strom der silben
stummheit hinter sich gelassen
und ängsten die stirn geboten
den frühlingsatem tief eingesogen
schreiben sich verse wieder
in das pergament der tage
© beatrix brockman
losgelöst im strom der silben
stummheit hinter sich gelassen
und ängsten die stirn geboten
den frühlingsatem tief eingesogen
schreiben sich verse wieder
in das pergament der tage
© beatrix brockman
Samstag, 27. April 2019
nur wenn
wer schreibt schon gedichte wenn er glücklich ist?
nur wenn schatten fallen
fließen sie,
die worte, rhythmisch
aufs papier
ist mein gesicht
der sonnenblume gleich
ins licht gerichtet,
verstummen sie
als ließen
die sonnenseiten
sie verdörren, von
tränen ungewässert
raschelt ihr laub
in einer ecke
des herzens, wo sie
das samenkorn
des nächsten
gedichts wahren
©beatrix brockman
nur wenn schatten fallen
fließen sie,
die worte, rhythmisch
aufs papier
ist mein gesicht
der sonnenblume gleich
ins licht gerichtet,
verstummen sie
als ließen
die sonnenseiten
sie verdörren, von
tränen ungewässert
raschelt ihr laub
in einer ecke
des herzens, wo sie
das samenkorn
des nächsten
gedichts wahren
©beatrix brockman
Freitag, 19. April 2019
Intermezzi
in den monaten
dazwischen gelingt
es dir manchmal
aus fäden der
verdrängung und
hoffnung ein neues
textil in den mustern
der normalität
zu weben
verkleinert sich der
stapel aus kalender
blättern immer weiter
beginnen die fäden
immer häufiger zu
reißen, bis angst
die dünne decke
aus zuversicht
vollständig aufreißt
dann klammerst
du die rissstelle
zusammen, stopfst
das loch gebetsmühlenartig
mit schlecht haltenden
mantras, bis jener tag
verstreicht und das
nächste warten beginnt
©beatrix brockman
Ironie
einsamer wolf
mit schnellfeuergewehren
begeht den nächsten
massenmord
nachrichten am morgen
danach: Smith & Wesson
aktien vor markteröffnung
um vier prozent gestiegen
oh süßes lied
© beatrix brockman
mit schnellfeuergewehren
begeht den nächsten
massenmord
nachrichten am morgen
danach: Smith & Wesson
aktien vor markteröffnung
um vier prozent gestiegen
oh süßes lied
© beatrix brockman
Der Tag nach der Nacht mit der Panikattacke
Am Tag danach reicht
Das Grau, durch das
Du watest, bis an
Den Solarplexus.
Er stemmt sich mit
Aller Macht gegen
Jeden Atemzug. Dein
Kopf verweigert klaren
Gedanken den Einzug
(Und den Auszug auch).
. ...... .
Vegetieren ist ja auch
Ein Dasein. Und wer will
Schon ein Philosoph sein
Am Tag nach der Nacht
Mit der Panikattacke.
© beatrix brockman
Montag, 1. April 2019
zuletzt trotzdem
bäume gepflanzt
als ob es ein morgen
gäbe hinter der angst
apfel, pflaume, feige
banane —bald blüht
der blauregen doch
furcht macht feige,
unfähig sich dem rasen
im herzen zu stellen
trotzdem bäume
gepflanzt — zuletzt
eine trauerweide
©beatrix brockman
als ob es ein morgen
gäbe hinter der angst
apfel, pflaume, feige
banane —bald blüht
der blauregen doch
furcht macht feige,
unfähig sich dem rasen
im herzen zu stellen
trotzdem bäume
gepflanzt — zuletzt
eine trauerweide
©beatrix brockman
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