Mittwoch, 5. Dezember 2012

5tes Türchen


Wie Ahornsirup
an einem kalten Tag
rinnt der Advent
durch meine Tage

Das Wetter
spielt Ostern
Der Job — wie im Kaufhaus
vor den Feiertagen

Die Krippe dümpelt
im Keller
Der Adventskranz
plastikt vor sich hin

Weihnacht will sein?
In der Werbung
vielleicht und auf
dem Schnulzensender

Im Auto auf dem Weg
zur Arbeit dudelt
[i]Last Christmas[/i]
Draußen sind 17 Grad

Wie vermiss' ich sie
die stade Zeit
meiner Kindertage
als Mutter bei Kerzen

schein Geschichten
vorlas, Mandarinen
den Raum bedufteten
und Lebkuchengewürz

von der Küche das
ganze Haus durchdrang
— Bilder, die das Herz
noch heute beschwört.





© Beatrix Brockman

Montag, 19. November 2012

Paukenschläge


lichte himmel
grüßen klar und hell
auf dem
weg
in die nächste
dunkle und beengte
woche

herz und hände
wollen ruhen
doch das muss
treibt
kopf und stirn
von gedanken zu
gedanken

das leben in
solchen tempi
taktend
dass
es das adagio
nach dem's
die eigene mitte

drängt schlag
auf schlag
zerpaukt.


©Beatrix Brockman

Sonntag, 14. Oktober 2012

Dir


Dir wäre ich
gern Freund
gewesen - ich
weiß ich hätte
es gekonnt

wir sind uns
leider nie
begegnet freund-
schaft hat leider
nie in uns gewohnt


©Beatrix Brockman

Freitag, 28. September 2012

Ein Gedicht


ein gedicht sollte
eine stimme sein
die das dunkel lichtet
und manchmal
auch im lichten dunkelt

ein gedicht  ist
keine hand die schreibt
ein gedicht ist
eine hand die bleibt
und kommt

auf herz und schultern
zu liegen und zu
spenden trost für
die die welchen suchen
oder solche welche

in der empathie mit
dem der gleiches
spürt zu finden wissen
dieses ach so warme
ja so geht's mir auch

ein gedicht sind
worte bilder mit
denen der der schildert
sich zu bohren weiß
in herz und seele

derer die ihm nie begegnet
wo er doch nur
die dinge und das ach
das ihn beweget
in worte bilder fasst

die ihm vielleicht
das dunkel lichten oder
oder die sein grau
mit rot bemalen und
wieder kreise bringen

in das unrund seiner welt





©Beatrix Brockman

Donnerstag, 20. September 2012

Farookh


und plötzlich trauere ich
erneut um dich, der du
so lange schon vererdet
bist. das netz der spinne
führte mich zu deinem
leben, das so exzentrisch
exzessiv und ohne un
gepflückte tage war. niemand
könnte sagen, du hättest
nicht gelebt. und starbst
du viel zu früh, so blieb
der welt ein erbe, das
mir noch heute tage
hellen oder dunkeln kann.




© Beatrix Brockman

Samstag, 15. September 2012

Klare Ansage


Tot ist tot ist tot
Ist ja nicht als ob
Verstorben ein
Bisschen weniger tot
Als gestorben waere.
Tot ist tot ist tot.


© Beatrix Brockman

Montag, 20. August 2012

fried

am friedhof
 vorbeigegangen,
 nicht verharrt,
 dennoch frieden
 dort verloren

 kurz darauf:
 totenläuten
 reißt grad
 vernarbtes
 wieder auf

 ©Beatrix Brockman