der verrat ist wie ein messer.
mit scharfer schneide gleitet
er glatt im rücken zwischen
die rippen und sticht das herz
keine luft will die lungen füllen
eine riesige faust windet ein-
geweide in gordischen knoten
voller angst und schmerz
ungläubig schaust du um dich
kannst dir nicht vorstellen was
diesen menschen bewegt — weißt
nur dein vertrauen war
die reinste narretei
©Beatrix Brockman
Montag, 20. Januar 2014
Sonntag, 5. Januar 2014
On Moving
It's a contemplative task
this moving of books from
one home to another. You
look onto their face, study
their back. Who will make
the cut? Who will need
good will? And in the new
room, in the new house, in
front of new shelves, you
wonder, too. Your eye wants
to sort them by height and
color. Your intellect cries
sacrilege. The alphabet is
no option either, which leaves
you with theme. And you start
feeling like a librarian without
call numbers as you sort books
by Theory or Shakespeare.
In the end, you arrange them by
Suspicion, Dreams, or Modernity
along the bifurcated lines of German
and English literature and old syllabi,
which funnily enough still sit
on dusty shelves behind your eyes.
© Beatrix Brockman
this moving of books from
one home to another. You
look onto their face, study
their back. Who will make
the cut? Who will need
good will? And in the new
room, in the new house, in
front of new shelves, you
wonder, too. Your eye wants
to sort them by height and
color. Your intellect cries
sacrilege. The alphabet is
no option either, which leaves
you with theme. And you start
feeling like a librarian without
call numbers as you sort books
by Theory or Shakespeare.
In the end, you arrange them by
Suspicion, Dreams, or Modernity
along the bifurcated lines of German
and English literature and old syllabi,
which funnily enough still sit
on dusty shelves behind your eyes.
© Beatrix Brockman
Dienstag, 31. Dezember 2013
ich trage die lasten
ich trage die lasten
der welt auf den schultern
der kleinen, der meinen,
der welt der meinen
der welt der einen
deren einsamkeit
ich nicht lindern kann
der welt der anderen
deren sorgen tief in
mir verinnerlicht
sich kapseln und
auch manchmal eitern
bis ich dem druck
nicht länger einhalt
bieten kann — dann
wünsch ich mir ein herz
aus eis, ein dickes fell
eine distanz, aus der
der schmerz nur sicht-
aber nicht spürbar ist
© Beatrix Brockman
der welt auf den schultern
der kleinen, der meinen,
der welt der meinen
der welt der einen
deren einsamkeit
ich nicht lindern kann
der welt der anderen
deren sorgen tief in
mir verinnerlicht
sich kapseln und
auch manchmal eitern
bis ich dem druck
nicht länger einhalt
bieten kann — dann
wünsch ich mir ein herz
aus eis, ein dickes fell
eine distanz, aus der
der schmerz nur sicht-
aber nicht spürbar ist
© Beatrix Brockman
Einfach nur!
ein frohes neues Jahr!
seid behütet, liebe Leser und herzlichen Dank für Eure Treue!
Bea
seid behütet, liebe Leser und herzlichen Dank für Eure Treue!
Bea
Freitag, 20. Dezember 2013
adventus domini
"gegrüsset seiest du maria"
so sang ich einst als kind
und verkündete als engel
der gottesmutter ihren sohn
im kreise von fünf kindern
musizierten wir durch den advent
und naschten heimlich teig
wenn wir mit mutter buken
adventus domini, ankunft
des herrn — einst fastenzeit,
wunderschöne kindheit
erinnerungen im herz
und heute, wenn die vierte kerze
brennt, hat uns die werbungs
maschinerie weihnachten
schon längst vergällt und wartet
kaum bis zum hochfest bis sie die
diätmaschine in gang schmeißt.
— von besinnung auf uns selbst in
dieser oder jener hinsicht
keine spur!
@beatrix brockman
Dienstag, 17. Dezember 2013
schwerer denn je das herz
schwerer denn je
das herz wenn
in ersten augen
blicken eines morgens
nachtwelten bröckeln
wenn der geist nur
langsam sich aus
traumnebeln erhebt
im angesicht derselben
alltagstapete im schatten
ungestemmter gewichte
im ausgeliefertsein an
unbeeinflussbare mächte
dann möchte ich die ersten zeilen
des gelassenheitsgebets sprechen
doch die silben ersterben zu häufig
auf traurigen lippen
©beatrix brockman
das herz wenn
in ersten augen
blicken eines morgens
nachtwelten bröckeln
wenn der geist nur
langsam sich aus
traumnebeln erhebt
im angesicht derselben
alltagstapete im schatten
ungestemmter gewichte
im ausgeliefertsein an
unbeeinflussbare mächte
dann möchte ich die ersten zeilen
des gelassenheitsgebets sprechen
doch die silben ersterben zu häufig
auf traurigen lippen
©beatrix brockman
Donnerstag, 12. Dezember 2013
Joey
Ich wünsche dir einen Engel
der seine Flügel schützend über deine hält
der du das Fliegen erst noch lernen musst
Ich wünsch dir einen Engel
der deine Schritte lenkt, wenn deine
Füße dich an Klippen tragen
Ich wünsch dir einen Engel
der dich berät wenn die Vernunft
in dir noch wachsen muss
Ich wünsch dir einen Engel
der deren Hände leitet, die dich
lieben, leiten, und auch manchmal strafen
Ich wünsch dir einen Engel
der dich kichern oder lachen macht
der dir das kleine und das große Staunen
lang erhält und dir das was wir
Großen Leben nennen noch lang
vom Leibe hält.
(C) beatrix Brockman
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