Wieder Sonntag, wieder
auf der Landstraße zwischen
Nord und Süd, wieder
das Sonnendach offen
Drinnen dröhnt Cohen
diese unerfüllbare Sehnsucht
nach der perfekten Liebe
dem Auf-Händen-Getragen-
Werden in Ohr und Herz
Draußen fliegen links
Nobelvillen mit BMW
Hummer und Mercedes
vorbei, rechts die arm
seligen Hütten mit Rost-
lauben davor. Alle
drei Meilen oder so
eine Kirche, deren
Marquees dazu aufrufen
Gott zu danken und den
Sonn(en)tag als Geschenk
anzunehmen (that's why
it's called the present)
In Nashville erwartet mich
schon der Blimp über
dem Footballstadion und
während ich die Treppen zum
Condo hochgehe, kündet
Kanonendonner vom
Touchdown. Davon
unberührt fließt der
Cumberland weiter an
meinem Balkon vorbei
und ich genieße den
Blick aufs Wasser dank
herbstlich entblätterter Bäume
deren Laubkleid sich nur noch
in Fetzen an die Äste klammert.
Und aus dem Wohnzimmer
dröhnt mir wieder Cohen
diese Sehnsucht nach dem
Unbeschreiblichen ins Herz
bejubelt von tausenden
Footballfans nur fünfhundert
Meter weiter überm Fluss.
© Beatrix Brockman
Sonntag, 15. November 2009
Samstag, 14. November 2009
Eleison
(A Sestina)
My mother’s always been a nightingale
eleisons soaring from her catholic lips
although her wings were roughly clipped
like branches in a sprouting apple tree.
It was her gardener whose rigid faith
in God was just as strong as in himself.
He knew what he expected of himself
and sacrificed the godly nightingale
on altars of his misplaced Roman faith.
Still she found freedom pouring from her lips
high in the branches of her fancy’s tree,
she could sing, her puppet strings were clipped.
Her heart was free, as if he’d never clipped
those quills to keep her solely to himself.
While for her children she was maple tree
she praised the Lord of man and nightingales
who gave her freedom flowing from kind lips
and strength when weakness all but broke her faith.
My mother’s never wavered, as she faith-
fully made sure that no-one ever clipped
her daughters’ wings. So when she kissed our lips
and buttoned our clothes she’d made herself,
with tears and heartstrings of a nightingale
we knew, she’d push us off the family tree.
Today, there is no orchard, gone the trees,
just ashes, embers of the fossil faith,
a ghost of her, the only nightingale
he’s ever known to soar, although he’d clipped
her feathers with the rosary beads himself,
Hail-Maries streaming from his withered lips.
As night now slowly calms those foolish lips
and darkness puddles down the apple tree;
the window shows an image of himself:
wrapping virgin after virgin in the silks of faith,
he mourns each feather that he ever clipped
from joyous wings of gracious nightingales.
His lips attend the tiny orbs of faith
as high in trees – translucent wings unclipped –
his self is soaring in the nightly gales.
© Beatrix Brockman
My mother’s always been a nightingale
eleisons soaring from her catholic lips
although her wings were roughly clipped
like branches in a sprouting apple tree.
It was her gardener whose rigid faith
in God was just as strong as in himself.
He knew what he expected of himself
and sacrificed the godly nightingale
on altars of his misplaced Roman faith.
Still she found freedom pouring from her lips
high in the branches of her fancy’s tree,
she could sing, her puppet strings were clipped.
Her heart was free, as if he’d never clipped
those quills to keep her solely to himself.
While for her children she was maple tree
she praised the Lord of man and nightingales
who gave her freedom flowing from kind lips
and strength when weakness all but broke her faith.
My mother’s never wavered, as she faith-
fully made sure that no-one ever clipped
her daughters’ wings. So when she kissed our lips
and buttoned our clothes she’d made herself,
with tears and heartstrings of a nightingale
we knew, she’d push us off the family tree.
Today, there is no orchard, gone the trees,
just ashes, embers of the fossil faith,
a ghost of her, the only nightingale
he’s ever known to soar, although he’d clipped
her feathers with the rosary beads himself,
Hail-Maries streaming from his withered lips.
As night now slowly calms those foolish lips
and darkness puddles down the apple tree;
the window shows an image of himself:
wrapping virgin after virgin in the silks of faith,
he mourns each feather that he ever clipped
from joyous wings of gracious nightingales.
His lips attend the tiny orbs of faith
as high in trees – translucent wings unclipped –
his self is soaring in the nightly gales.
© Beatrix Brockman
Themen
schmerz
Sonntag, 25. Oktober 2009
Hallelujah Dinner
Da stehen sie schon
Schlange unter der
Jefferson Bridge
Der Kirchen-Van
noch gar nicht da
warten die Obdach
Loser auf eine warme
egal auf eine Mahl
Zeit im immer kälter
werdenden Nashville
Dass sie bei der
Ausgabe mit Gospel
beschallt werden
nehmen sie billigend
in Kauf – auch die
Anwohner erfreuen
sich am Sound wie
an Müllbergen
und Kothaufen hinter
Gebüschen und in
Gängen. Der sprich
wörtliche Rock and
Hard Place, hier
werden Sie geholfen
© Beatrix Brockman
Schlange unter der
Jefferson Bridge
Der Kirchen-Van
noch gar nicht da
warten die Obdach
Loser auf eine warme
egal auf eine Mahl
Zeit im immer kälter
werdenden Nashville
Dass sie bei der
Ausgabe mit Gospel
beschallt werden
nehmen sie billigend
in Kauf – auch die
Anwohner erfreuen
sich am Sound wie
an Müllbergen
und Kothaufen hinter
Gebüschen und in
Gängen. Der sprich
wörtliche Rock and
Hard Place, hier
werden Sie geholfen
© Beatrix Brockman
Themen
daily misery
Montag, 19. Oktober 2009
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Bitter.Brot
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Doch ich vergeb’
mir nicht
den Mangel
zwischen Werden
und dem Sein. Stet
ist das Streben nach
der Unerreichbaren
nach der Frucht
auf höchstem Ast -
Vollkommenheit.
Im Traum blut
rote Rose - erwacht
als graue Distel nur
ess täglich ich
das bittre Brot
gesäuert mit Versagen.
Den andren
wie dem Selbst
halt ich die Wange
hin zu stillen
meinen Durst
nach Blau
Will Brunnen mir
und Himmel sein –
bin doch nur das
was sich in einer
Pfütze spiegelt
© Beatrix Brockman
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Doch ich vergeb’
mir nicht
den Mangel
zwischen Werden
und dem Sein. Stet
ist das Streben nach
der Unerreichbaren
nach der Frucht
auf höchstem Ast -
Vollkommenheit.
Im Traum blut
rote Rose - erwacht
als graue Distel nur
ess täglich ich
das bittre Brot
gesäuert mit Versagen.
Den andren
wie dem Selbst
halt ich die Wange
hin zu stillen
meinen Durst
nach Blau
Will Brunnen mir
und Himmel sein –
bin doch nur das
was sich in einer
Pfütze spiegelt
© Beatrix Brockman
Themen
life is life
Dienstag, 6. Oktober 2009
menetekel
werfen falten
sich vor gesichts
züge entgleisen
und alter fleckt
auf hände fremd
im auge eines raums
so jugend voll
wie das zimmer
hinter der stirn
fehl geplatzt bin
unter grazien mit
lenzen so fern
meiner vielen
schritte die krampf
geadert sich nun
wege über letzte
sommertage bahnen
© Beatrix Brockman
sich vor gesichts
züge entgleisen
und alter fleckt
auf hände fremd
im auge eines raums
so jugend voll
wie das zimmer
hinter der stirn
fehl geplatzt bin
unter grazien mit
lenzen so fern
meiner vielen
schritte die krampf
geadert sich nun
wege über letzte
sommertage bahnen
© Beatrix Brockman
Themen
life is life
Montag, 21. September 2009
und das ist...
der moment in dem
die tage schweigen
regen dämpft das
licht wie jeden
lauten ton
und das ist...
der moment im
uns wo leiber eng
verschlungen zwei
des wanderns
müde ruh'n
und das sind...
du
und ich
und wir
das uns
wir zwei
allein
© Beatrix Brockman
die tage schweigen
regen dämpft das
licht wie jeden
lauten ton
und das ist...
der moment im
uns wo leiber eng
verschlungen zwei
des wanderns
müde ruh'n
und das sind...
du
und ich
und wir
das uns
wir zwei
allein
© Beatrix Brockman
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er und ich
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