Samstag, 1. August 2015

ölbaumzweig

streckt sich die hand
 entlang  der nabelschnur
an deren ende
deine kindheit blühte

gern pflegt ich die knospe
hinter tropfenschnüren
an deinen kahlen zweigen
gern ließe ich dich ruhen

in der wiege meiner hohlen hand
oder striche dir die wirren träume
aus dem haar — doch gehst du
deine eigenen straßen

und ich warte den tag da du
frisch gehäutet durch meine türe trittst
und mir legst ein taubenei
in die kammer meines sorgen herzens


©beatrix brockman

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