wie lieb ich dich
du greiser jüngling
mit weißem bart
und noch immer
wilden schwarzen locken
die haut gefaltet
an orten die uns
nie geträumt
ist sie tief drinnen
so frisch und straff wie
deine leidenschaft
für mich
©beatrix brockman
Samstag, 10. Februar 2018
Dienstag, 9. Januar 2018
Zwischen den Jahren
zwischen den jahren
wenn die tage keine
namen tragen, wenn
licht und dunkel mit
einander verschmelzen
bist du in meinem
herzen, in meinem
inneren blick. sehe
ich den zitternden
altersverkrümmten
daumen, der mir
ein letztes mal ein
kreuz auf die digitale
stirn zeichnet und
mich in ein
elternloses
leben entlässt
©beatrix brockman
(10.01.2018 wäre mutters 87. Geburtstag)
wenn die tage keine
namen tragen, wenn
licht und dunkel mit
einander verschmelzen
bist du in meinem
herzen, in meinem
inneren blick. sehe
ich den zitternden
altersverkrümmten
daumen, der mir
ein letztes mal ein
kreuz auf die digitale
stirn zeichnet und
mich in ein
elternloses
leben entlässt
©beatrix brockman
(10.01.2018 wäre mutters 87. Geburtstag)
Mittwoch, 13. Dezember 2017
White Christmas
und brennt ein
drittes kerzenlicht
im
grünen tannenrund, freuen sich
(kinder)herzen
an stillen momenten
und
kleinen geschichten aus
einem
schmalen buch. spielt auch
das
radio — ganz klischee —
white
christmas
und
versamtet bing uns raue tage,
spielen
die wettergötter trotzdem
weder
nach den regeln des winters
noch
denen des advents. trotzdem
stellt
sich eine stimmung ein, die
die
innere kälte langsam vertreibt,
und
deren glanz so nach und nach
generationen von augen erreicht.
©beatrix brockman
Mittwoch, 1. November 2017
kein anschluss unter dieser nummer
und manchmal
braucht es nur ein wort
und sie überwältigen dich
die stimme
die nun schweigt
die hand
die sich nicht mehr
nach dir streckt
das sehnen nach
nach dem herz
in dessen takt
auch deines schlug
die stille
©beatrix brockman
braucht es nur ein wort
und sie überwältigen dich
die stimme
die nun schweigt
die hand
die sich nicht mehr
nach dir streckt
das sehnen nach
nach dem herz
in dessen takt
auch deines schlug
die stille
©beatrix brockman
Samstag, 30. September 2017
Im Spiegel
stehen wir an
frischen oder bepflanzten
gräbern in anderen
orten oder zeiten
nehmen wir wieder
und wieder abschied
als wäre jetzt
das alter des
müttersterbens
geschieht es
plötzlich hier
zu erwarten dort
und schauen wir
sie doch täglich
im spiegel von
worten, gesten
gesichtern und
sogar zehen
frischen oder bepflanzten
gräbern in anderen
orten oder zeiten
nehmen wir wieder
und wieder abschied
als wäre jetzt
das alter des
müttersterbens
geschieht es
plötzlich hier
zu erwarten dort
und schauen wir
sie doch täglich
im spiegel von
worten, gesten
gesichtern und
sogar zehen
©beatrix brockman
Dienstag, 12. September 2017
vertraulich
sechs jahre standest
du draußen — drücktest
die nase dir platt
am fenster geflüsterter
worte mit dem stempel
vertraulich
nun stehst du an
der tür doch dein
fuß will sich nicht
über die schwelle
heben. selbst sollst du
nun und willst doch
nicht — flüstern
© beatrix brockman
du draußen — drücktest
die nase dir platt
am fenster geflüsterter
worte mit dem stempel
vertraulich
nun stehst du an
der tür doch dein
fuß will sich nicht
über die schwelle
heben. selbst sollst du
nun und willst doch
nicht — flüstern
© beatrix brockman
Mittwoch, 6. September 2017
fundstück
und manchmal findest
du etwas wieder
das lange verloren
doch das, was die
sehnsucht nach ihm
schürte, findest du
nicht. dann spürst
du den verlust noch
stärker, denn nun sind
die jahre des sehnens
auch verloren.
©beatrix brockman
du etwas wieder
das lange verloren
doch das, was die
sehnsucht nach ihm
schürte, findest du
nicht. dann spürst
du den verlust noch
stärker, denn nun sind
die jahre des sehnens
auch verloren.
©beatrix brockman
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