und manchmal
braucht es nur ein wort
und sie überwältigen dich
die stimme
die nun schweigt
die hand
die sich nicht mehr
nach dir streckt
das sehnen nach
nach dem herz
in dessen takt
auch deines schlug
die stille
©beatrix brockman
Mittwoch, 1. November 2017
Samstag, 30. September 2017
Im Spiegel
stehen wir an
frischen oder bepflanzten
gräbern in anderen
orten oder zeiten
nehmen wir wieder
und wieder abschied
als wäre jetzt
das alter des
müttersterbens
geschieht es
plötzlich hier
zu erwarten dort
und schauen wir
sie doch täglich
im spiegel von
worten, gesten
gesichtern und
sogar zehen
frischen oder bepflanzten
gräbern in anderen
orten oder zeiten
nehmen wir wieder
und wieder abschied
als wäre jetzt
das alter des
müttersterbens
geschieht es
plötzlich hier
zu erwarten dort
und schauen wir
sie doch täglich
im spiegel von
worten, gesten
gesichtern und
sogar zehen
©beatrix brockman
Dienstag, 12. September 2017
vertraulich
sechs jahre standest
du draußen — drücktest
die nase dir platt
am fenster geflüsterter
worte mit dem stempel
vertraulich
nun stehst du an
der tür doch dein
fuß will sich nicht
über die schwelle
heben. selbst sollst du
nun und willst doch
nicht — flüstern
© beatrix brockman
du draußen — drücktest
die nase dir platt
am fenster geflüsterter
worte mit dem stempel
vertraulich
nun stehst du an
der tür doch dein
fuß will sich nicht
über die schwelle
heben. selbst sollst du
nun und willst doch
nicht — flüstern
© beatrix brockman
Mittwoch, 6. September 2017
fundstück
und manchmal findest
du etwas wieder
das lange verloren
doch das, was die
sehnsucht nach ihm
schürte, findest du
nicht. dann spürst
du den verlust noch
stärker, denn nun sind
die jahre des sehnens
auch verloren.
©beatrix brockman
du etwas wieder
das lange verloren
doch das, was die
sehnsucht nach ihm
schürte, findest du
nicht. dann spürst
du den verlust noch
stärker, denn nun sind
die jahre des sehnens
auch verloren.
©beatrix brockman
Donnerstag, 6. Juli 2017
Nach dem zufälligen Griff in eine Schublade
plötzlich füllen worte
die vor jahren schon
aufs blatt geflossen
seele, raum und herz.
hastig huschen finger
über tasten suchen
suchen suchen nach
dem band das einmal riss
ist’s auf einmal dann
gefunden, geh’n gedanken
auf die reise — ziel:
das was einmal war
doch du weißt nicht
wann man sich zum letzten
mal geschrieben, man zum
letzten mal sich sah
© Beatrix Brockman
die vor jahren schon
aufs blatt geflossen
seele, raum und herz.
hastig huschen finger
über tasten suchen
suchen suchen nach
dem band das einmal riss
ist’s auf einmal dann
gefunden, geh’n gedanken
auf die reise — ziel:
das was einmal war
doch du weißt nicht
wann man sich zum letzten
mal geschrieben, man zum
letzten mal sich sah
© Beatrix Brockman
Mittwoch, 5. Juli 2017
jähren sich tage
jähren sich nun die tage
des letzten zusammen
jährt sich nun bald
das letzte good-bye
noch sind sie ungeweint
im reservoir meiner tränen
noch hält der faden
der mich zusammen reißt
still sucht das herz
nach den letzten momenten
streckt sich die hand
nach dem telefon
jähren sich tage
liegt ein stein auf einem grab
schluckt ein herz
tränen ungeweint
des letzten zusammen
jährt sich nun bald
das letzte good-bye
noch sind sie ungeweint
im reservoir meiner tränen
noch hält der faden
der mich zusammen reißt
still sucht das herz
nach den letzten momenten
streckt sich die hand
nach dem telefon
jähren sich tage
liegt ein stein auf einem grab
schluckt ein herz
tränen ungeweint
Sonntag, 4. Juni 2017
So Zwei-Dimensional
verstummt die stimme
das herz schlägt
schon lange nicht mehr
verstummt das tägliche
gespräch — in träumen
plötzlich allgegenwärtig
nacht für nacht für nacht
noch in drei dimensionen
unerreichbar nah
doch tags gebannt, gerahmt
an wänden und der dritten
beraubt, erstarrt in sepia
mit einem lächeln, das sich
in mundwinkel schon grub
lange bevor es mich gab
oder mit frohem lachen
als an den abschied
noch lange niemand gedacht
© beatrix brockman
das herz schlägt
schon lange nicht mehr
verstummt das tägliche
gespräch — in träumen
plötzlich allgegenwärtig
nacht für nacht für nacht
noch in drei dimensionen
unerreichbar nah
doch tags gebannt, gerahmt
an wänden und der dritten
beraubt, erstarrt in sepia
mit einem lächeln, das sich
in mundwinkel schon grub
lange bevor es mich gab
oder mit frohem lachen
als an den abschied
noch lange niemand gedacht
© beatrix brockman
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